Motivationsfördernde Akutbehandlung

    Das Bündnis gegen Depression geht z. B. davon aus, dass nur ein kleiner Teil der vier bis fünf Millionen depressiv Erkrankten den Weg in eine Behandlung findet. Von 100 in Behandlung befindlichen Patienten erfahren nur elf eine den Leitlinien entsprechende Therapie. Es gilt daher eine psychosomatische Erkrankung zu erkennen und diese ohne Zeit- und Schnittstellenverlust bedarfsgerecht und indikationsgeleitet weiter zu behandeln. Nur so können menschliches Leid gemindert, Behandlungszeiten verkürzt und letztendlich auch Kosten gesenkt werden.

    Vor diesem Hintergrund führt die Johannesbad Fachklinik Hochsauerland seit einigen Jahren Motivationsbehandlungen durch. Zielgruppe sind psychisch/psychosomatisch erkrankte Menschen, deren Krankheitsbild dem Indikationsspektrum unseres Hauses entspricht.



    Frühe Abklärung und nahtlose Therapie

    Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel drei Wochen. Das Ziel ist eine im Krankheitsverlauf früh eingreifende Abklärung des individuellen Behandlungsbedarfs und vor allem die Förderung der Motivation, weiterführende Maßnahmen in Anspruch zu nehmen. Es erfolgt eine indikationsgeleitete nahtlose Vermittlung in eine geeignete Behandlung.

    Die Motivationsbehandlung ist eine Akutbehandlung und kann als Frührehabilitation im Sinne des § 39 Abs. 1 SGB V aufgefasst werden.



    Ziele

    Die motivationsfördernde Akutbehandlung dient dazu, ein individuelles Störungsmodell zu entwickeln und die Krankheitseinsicht der Patienten sowie ihre Behandlungsbereitschaft zu fördern. Zu Beginn erfolgt eine umfassende und ganzheitliche medizinische, psychologische und soziale Diagnostik, wobei mögliche Vorbefunde (mit der nötigen professionellen Distanz) berücksichtigt werden.

    Häufig begegnen wir Patienten mit einer langjährigen Leidensgeschichte, die bereits viele unterschiedliche ambulante wie stationäre Behandlungsansätze und -versuche in Anspruch genommen haben – letztlich aber ohne spürbare gesundheitliche Verbesserungen. Umso wichtiger ist hier die sorgfältige diagnostische Betrachtung und Einschätzung.

    Darauf basierend ermitteln wir den individuellen Bedarf und vermitteln die Patienten in die für sie jeweils geeignete weiterführende Behandlung. Eine stationäre Therapie kann nahtlos in der Johannesbad Fachklinik Hochsauerland durchgeführt werden.

    Klinikteam

    Zu unserem interdisziplinären Fachteam gehören u.a. Fachärzte für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapeutische und Innere Medizin sowie approbierte Psychologische Psychotherapeuten und Dipl. Psychologen. Sie ermöglichen ein breites Spektrum an Diagnostik und ärztlicher wie psychotherapeutischer Behandlung.

    Behandlung

    Gemeinsam mit dem Patienten werden ein individueller Behandlungsplan sowie der weitere Verlauf und die Ziele der stationären Rehabilitation abgestimmt. Entsprechend dem jeweiligen Behandlungsschwerpunkt kann der Patient sehr schnell an allen für ihn relevanten Therapieangeboten aktiv teilnehmen:

    • Gruppen- und Einzeltherapie
    • Sport
    • Gestaltung
    • Informations- und Trainingsgruppen etc.

    Gerade die Begegnung mit anderen Patienten, die schon im Behandlungsprozess weiter fort geschritten sind, spielt beim Aufbau einer Behandlungsmotivation eine zentrale Rolle. Es geht dabei vor allem um den Abbau von Ängsten und Vorbehalten. Die meisten Patienten erfahren diesen Behandlungsprozess positiv und kommen sehr schnell zu der Entscheidung, die Chance einer übergangslosen Weiterbehandlung in der nun schon vertrauten Umgebung zu nutzen.

    Aufnahme

    Die Aufnahme in die Motivationsbehandlung kann binnen zwei Wochentagen nach Kontaktaufnahme erfolgen. Wenn vorhanden, bitten wir um die vorherige Zusendung ärztlicher Befundberichte, Stellungnahmen von Beratern und Psychotherapeuten etc., um eine erste Einschätzung vornehmen zu können.

    Die Unterbringung unserer Patienten erfolgt ausschließlich in Einzelzimmern.

    Kostenübernahme

    Die Kosten für die bis zu drei Wochen dauernde Motivationsbehandlung wird in der Regel von den Krankenkassen übernommen. Die Vermittlung in die Motivationsbehandlung kann auch direkt durch den Case-Manager oder Sozialdienst der Krankenkasse erfolgen. Übernimmt der Arbeitgeber die Kosten bei akuten Krisen, kann der gesundheitlich auffällig gewordene Mitarbeiter nach einer Frühintervention durch die Arbeitsmedizin oder Sozialberatung ohne großen Zeitverlust der Motivationsbehandlung zugeführt werden. Aus der Praxis des niedergelassenen Arztes, des Ärztlichen oder Psychologischen Psychotherapeuten ist eine kurzfristige Vermittlung möglich.

    Bei einer weiterführenden Reha-Maßnahme kann in der Regel ein Antrag auf Kostenübernahme beim jeweils zuständigen Rentenversicherungsträger oder der Krankenkasse gestellt werden. Natürlich können auch privat Versicherte dieses Angebot nutzen.

    Weitervermittlung

    Bei einer Indikation zur ambulanten oder teilstationären Therapie bzw. Beratung wird der Patient in eine wohnortnahe ärztliche und/oder psychotherapeutische Behandlung vermittelt. Diese kann auch die Vermittlung in entsprechende Beratungsstellen (Familien- und Lebensberatungsstellen, Frauenberatungsstellen, Sozialpsychiatrische Dienste, etc.). und nicht zuletzt in den Bereich der Selbsthilfegruppen umfassen. Unsere Johannesbad Fachklinik Hochsauerland ist in dieser Hinsicht sowohl regional als auch überregional sehr gut vernetzt.

     



    Kontakt

    Für Ihre Fragen zur Motivationsbehandlung in der Johannesbad Fachklinik Hochsauerland stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

    Heinz-Willi Lahme
    Tel.: +49 2974 73-2014
    Mobil: +49 170 4331794