Borderline

    In der täglichen Arbeit mit psychosomatisch erkrankten Menschen begegnen uns häufig komplex belastete Patienten, die zusätzlich noch unter einer Persönlichkeitsstörung leiden. Persönlichkeitsstörungen entstehen früh im Verlauf der individuellen Entwicklung und gehen oftmals mit schwierigen Bedingungen in der Kindheit und belastenden Lebensabschnitten einher. Hieraus entwickeln sich im weiteren Verlauf Erlebens- und Verhaltensmuster, die dann zu andauernden interaktionellen und intrapsychischen Problemen führen.



    Dialektisch-Behaviorale Therapie bei Borderline-Persönlichkeitsstörungen (DBT)

    Die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) nach M. Linehan beruht auf einem biopsychosozialen Modell und verfolgt den notwendigen integrativen, interdisziplinären und ganzheitlichen Ansatz. Es ist einer der wenigen störungsspezifischen Ansätze, die umfangreich auf ihre Wirksamkeit hin überprüft wurden. Die Therapieform basiert auf der Verhaltenstherapie und ist eine sinnvolle Ergänzung der multimodalen Therapiekonzepte der Johannesbad Fachklinik Hochsauerland. Übergeordnetes Ziel ist eine Erhöhung der emotionalen Belastbarkeit der Patienten, eine gute Einbindung in soziale Netzwerke sowie daraus resultierend eine Verbesserung der erwerbsbezogenen Prognose.

    In Studien konnte eine deutliche, nachhaltige Wirksamkeit der DBT bezüglich der sozialen und beruflichen Integration sowie der Hospitalisierungsdauer gezeigt werden. In unserer Fachklinik wird die DBT bei der Behandlung unterschiedlichster Persönlichkeitsstörungen eingesetzt.



    Therapieziele

    Die Therapieziele in der DBT sind vielschichtig und setzen bei interaktionellen und intrapsychischen Schwierigkeiten an, weshalb die DBT ebenso bei anderen Persönlichkeitsstörungen wirksam ist.



    Therapiekonzept

    An erster Stelle steht jeweils das Ziel, dem Patienten Kontrolle über seine schwerwiegenden problematischen Verhaltensmuster zu vermitteln. Hierzu verfügt die DBT über ein reichhaltiges Repertoire von störungsspezifischen Fertigkeiten (Skills), welche der Patient zunächst in der Gruppe erlernt, um sie dann mit Hilfe des therapeutischen Teams zu üben und im Alltag umzusetzen. So werden die problematischen Verhaltensmuster zunehmend überflüssig. An zweiter Stelle steht eine gezielte Verbesserung des emotionalen Erlebens und der Gefühlsregulation.