Pathologisches Glückspielverhalten

Die typischen Merkmale pathologischen Spielverhaltens, das sich inzwischen soweit verselbständigt hat, dass eine stationäre Behandlungsmaßnahme dringend zu empfehlen ist, sind:

  • Häufiges Spielen mit sich steigernden Einsätzen (Einsatz- und Frequenzsteigerung)
  • Unfähigkeit, das Spielen zeitlich oder vom Einsatz her zu begrenzen (fortschreitender Kontrollverlust, d. h. es wird häufig mehr Geld verspielt als unmittelbar beabsichtigt)
  • Unfähigkeit, längerfristig Abstinenz aufrecht zu erhalten
  • "Aufholjagd": häufige, vergebliche Versuche, Verluste durch erneutes Spielen, oft schon am nächsten Tag auszugleichen
  • Vernachlässigung wichtiger beruflicher und familiärer Verpflichtungen
  • Planen oder Umsetzen illegaler Handlungen wie Fälschung, Betrug, Diebstahl oder Unterschlagung, um das Spielen zu finanzieren
  • Vernachlässigung fast aller über das Glücksspiel hinausgehender Interessen
  • Häufige Lügen, Ausreden und konstruierte Geschichten, um das Spielen zeitlich oder finanziell zu ermöglichen

Mit fortschreitender Chronifizierung findet sich der betroffene Spieler zunehmend mehr in einem Circulus vitiosus wieder, der gekennzeichnet ist durch häufiges Auftreten negativ erlebter Gefühlszustände.


Diese rufen unkontrollierbare Impulse zum Glücksspielen hervor, das letztlich immer mit Verlusten endet. Auf die Verluste wiederum wird mit erneut mit negativen Gefühlen reagiert, so dass sich das pathologische Fehlverhalten fortsetzt, ungeachtet der damit verbundenen langfristig negativen Konsequenzen. Letztere sind beim pathologischen Spielverhalten vor allem in psychischen, sozialen und ökonomischen Folgen zu sehen und erreichen vielfach ein Ausmaß existentieller Bedrohung.

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