Behandlungskonzept
Nach einer ausführlichen Problemanalyse werden in unserem integrativen Therapiekonzept verhaltenstherapeutische, tiefenpsychologisch-orientierte und systemische Therapieelemente eingesetzt.
Behandlungsangebot
Die Mütter/Väter wohnen mit ihren Kindern in einem speziell hierfür eingerichteten Wohnbereich mit Zweibett-Zimmer. Ein Kindergarten mit einer Heilpädagogin sowie einer Kindergärtnerin stehen für die Betreuung von bis zu 12 Kindern von montags bis freitags zwischen 7.30 und 17.00 Uhr zur Verfügung. Hierdurch werden für die Erwachsenen die Therapiezeiten gesichert, an den Wochenenden sind die Eltern für die Betreuung ihrer Kinder zuständig.
Die Therapie wird von einem Therapeutischen Team vorgenommen. In der Einzeltherapie werden bestimmte Problembereiche gesondert fokussiert und mit dem Kind ggfs. alternative Lösungsmodelle erarbeitet, die dann im konkreten Stationsalltag erprobt werden müssen. Konzeptuell kommen, wie auch im Übrigen Klinikrahmen, verhaltenstherapeutische wie auch tiefenpsychologisch-orientierte Ansätze zur Anwendung.
Neben den einzel- und gruppentherapeutischen Behandlungen der Kinder wie auch der Eltern, werden familientherapeutische Gespräche und Seminare angeboten, wobei auch andere relevante Familienangehörige wie z.B. Großeltern oder geschiedene Elternteile in die Therapie mit einbezogen werden.
Systemische Familientherapie:
Die systemische Familientherapie stellt ein wesentliches Element in unserem Behandlungskonzept dar. Durch die gegenseitige Bedingtheit des Verhaltens in der Familientherapie und im gemeinsamen Spiel in der Gruppe können Einsichten zu Veränderungen gewonnen und konkrete Alternativen eingeübt werden.
Spieltherapie:
In der Behandlung von Kindern spielen die nonverbalen Therapieverfahren eine wesentliche Rolle. Im Spiel mit anderen Kindern kann gegenseitige Rücksichtnahme, kooperatives und akzeptierendes Verhalten erfahren und eingeübt und soziales Vermeidungs- und Abwehrverhalten vermindert werden. Diese Erfahrungen steigern das Selbstwertgefühl der kleinen Patienten und bauen ihr Selbstvertrauen auf und ihre Autonomie wird durch die notwendig werdenden Abgrenzungsprozesse bestärkt.
Gestaltungstherapie:
Die Möglichkeiten des nonverbalen Ausdrucks werden sowohl in der Einzelarbeit wie auch in der Gruppe gefördert und die Wahrnehmung für kognitive und emotionale Prozesse verbessert. Durch ergotherapeutische Aktivitäten zusammen mit den Eltern wird die Kooperation unter ihnen gefördert und es können Probleme von überfürsorglichem bzw. distanzierendem Verhalten erlebt und korrigiert werden.
Körpertherapie:
Die Eltern können an sport- und körpertherapeutischen Angeboten teilnehmen. Für die Kinder steht eine besondere psychomotorische Behandlungsmöglichkeit zur Verfügung, in der motorische Defizite über entsprechende Übungen ausgeglichen und die Körper- bzw. Selbstwahrnehmung der Kinder gefördert werden können. Hierzu gehören Übungen der Rhythmik, der Sinnesschulung, der Körperbeherrschung. Dazu kommen die Gruppenspiele, die zu kooperativem und vertrauensvollem Umgang sowie zur Durchsetzungsfähigkeit verhelfen sollen. Auch hier sind Eltern-Kind-Gruppen vorgesehen, in denen gemeinsame körpertherapeutische Erfahrungen gemacht werden können.
Nachsorge:
Bereits während des stationären Aufenthaltes sollte sowohl für den Erwachsenen wie auch für das Kind eine geeignete Nachbetreuung am Heimatort in die Wege geleitet werden. Diese kann sowohl über eine psychotherapeutische Praxis wie auch über Erziehungsberatungsstellen erfolgen. Bei der Vermittlung von Kontakten sind wir behilflich.