Behandlungskonzept
1. Therapiephase
In der ersten Phase konzentrieren sich die therapeutischen Interventionen auf Angebote zur Beendigung pathologischen Spielverhaltens, insbesondere für diejenigen Patienten, die bis kurz vor der Aufnahme oder sogar noch während der Anreise zur Klinik gespielt haben. Eine freiwillige Abstinenzentscheidung ist eine grundlegende Voraussetzung für eine günstige Therapieprognose. Bei Unfähigkeit zu Selbstkontrollhandlungen ist in aller Regel anfänglich die Vereinbarung von Fremdkontrollmaßnahmen notwendig (z.B. Ausgangsbeschränkungen, finanzielle Kontrolle).
2. Therapiephase
Von Beginn der 2. Therapiephase an bis zum Abschluss der stationären Behandlung erstreckt sich die obligate und kontinuierliche Teilnahme an einer Gruppentherapie für pathologische Spieler. Im Zentrum dieser "Spielergruppe" stehen Informationen und Interventionen zur individuellen Förderung von Impulskontrolle. Dabei werden sowohl notwendige Alternativverhaltensweisen auf bisherige, kritische Auslösesituationen als auch ein erfolgreicher Umgang mit Rückfall- und Gefährdungssituationen durch eine Vielfalt therapeutischer Maßnahmen erarbeitet, eingeübt und verankert.
3. Therapiephase
Zusätzlich zu dem oben genannten Trainingsprogramm existieren weitere Therapieangebote aus dem Spektrum chronischen Krankheitsverhaltens, z.B. Stressbewältigungstraining, Panik- und Angstbewältigungstraining sowie Trainingsprogramme zur Bewältigung pathologischen Ärgerverhaltens oder zur Überwindung von Hilflosigkeitsverhalten. Ein weiterer Therapieschwerpunkt sind Programme zur Förderung von psychophysiologischer Erregungssteuerung, Problemlösefähigkeit und sozial kompetentem Handeln.
Im Rahmen einzeltherapeutischer Interventionen oder tiefenpsychologisch-interaktioneller Gruppentherapie wird das unmittelbare Erleben der gestörten Selbst- und Fremdwahrnehmung und der daraus resultierenden Folgen ermöglicht und einer bewussten Bearbeitung und einer korrigierenden, emotionalen Erfahrung zugänglich gemacht.
Welche Programmauswahl und -kombinationen im Einzelfall zustande kommt, ist von den Ergebnissen der individuellen Verhaltens- und Zieldiagnostik abhängig.
4. Therapiephase
Die vierte Therapiephase beschäftigt sich schließlich mit Fragen und Aufgaben des Transfers und der Generalisierung erworbener Kompetenzen auf häusliche Alltagsbedingungen (Rückfallprophylaxe). Hierunter fallen im Einzelnen:
- Therapiebegleitende Realerprobungen im Klinikumfeld und im häuslichen Bereich (realitätsnahe und -analoge Situationen)
- Informierende und motivierende Maßnahmen für die Bezugspersonen der Patienten, um co-therapeutische und soziale Unterstützung für die Stabilisierung erreichter Therapieerfolge zu fördern.
- Vorkehrungen für die Sicherstellung der "Therapiekette": Einleitung ambulanter Nachsorge/Therapie, Anschluss an Selbsthilfegruppen etc.) und ggf. Angebot soziotherapeutischer Maßnahmen.